
Ein hoher Rahmen, ein breiter Rahmen und ein kleiner quadratischer Rahmen können an derselben Wand drei deutlich unterschiedliche Gruppen bilden. Am einfachsten erkennen Sie die Unterschiede, wenn Bilder, Möbel und Wand während des gesamten Versuchs gleich bleiben. So sehen Sie, was eine verschobene Kante oder Achse verändert. Sie müssen sich dabei nicht daran erinnern, wie ein völlig anderer Raum auf einem Foto aussah.
Dieselben drei Rahmen einmal ausschneiden
Wir verwenden eine Wand von 260 × 230 cm mit einem niedrigen Schrank in der Mitte. Seine Oberkante liegt 76 cm über dem Boden. A ist ein hochformatiges Bild von 40 × 60 cm. B ist querformatig und misst 50 × 35 cm. C ist quadratisch und misst 30 × 30 cm. Alle Angaben beziehen sich auf die Außenkanten der Rahmen. Übertragen Sie die drei Formen auf Papier. Sie können den dunkelsten Bereich jedes Motivs vereinfacht einzeichnen.
Wählen Sie zunächst einen einheitlichen Abstand von 8 cm. Nebeneinander benötigen die Rahmen insgesamt 136 cm, unabhängig von ihrer Reihenfolge. Eine zentrierte Reihe beginnt 62 cm von der linken Wandkante. Bei der Reihenfolge A, B, C liegen die linken Kanten bei 62, 110 und 168 cm. Zeichnen Sie eine feine senkrechte Markierung durch die Schrankmitte, die während der gesamten Übung sichtbar bleibt.
Erster Versuch mit gemeinsamer Oberkante
Legen Sie die Oberkanten auf eine Höhe von 170 cm. Die Unterkante von A liegt dann bei 110 cm, die von B bei 135 cm und die von C bei 140 cm. Wenn Sie einige Schritte zurücktreten, kann Ihr Blick der geraden Linie über die ganze Gruppe folgen. Unten reicht der große Rahmen deutlich näher an den Schrank als die anderen. Unter dem kleinen Rahmen bleibt ein offener Bereich von 64 cm über dem Möbel.
Vertauschen Sie die Reihenfolge auf dem Papier, ohne die Linie zu verändern. Wenn eine hohe Lampe an der linken Schrankseite steht, kann der kleinere Rahmen ihr mehr Raum im Blickfeld geben. Steht A auf der anderen Seite, verteilen sich die beiden hohen Elemente auf unterschiedliche Hälften. Prüfen Sie beide Anordnungen vom Türdurchgang aus. Eine von vorn großzügige Ecke kann beim Betreten des Raums neben der Lampe eng wirken.
Zweiter Versuch mit gemeinsamer Mitte
Behalten Sie die waagerechten Positionen bei und ziehen Sie eine horizontale Mittelachse 140 cm über dem Boden. A bleibt zwischen 110 und 170 cm. B erhält nun seine Unterkante bei 122,5 cm und seine Oberkante bei 157,5 cm. C liegt zwischen 125 und 155 cm. Weil der höchste Rahmen stehen bleibt, können Sie A beim Wechsel zwischen den Zeichnungen als Kontrolle verwenden.
Die Zwischenräume von 8 cm bleiben gleich groß, doch die freie Fläche oberhalb und unterhalb der kleinen Bilder verteilt sich anders. Sehen Sie besonders auf B. Ein heller Himmel oben und ein dunkles Motiv am unteren Rand können das Bild optisch tief erscheinen lassen, obwohl das Maßband die Mittelachse bestätigt. Decken Sie das Motiv versuchsweise mit einem einfarbigen Blatt ab. Der Unterschied hilft Ihnen zu entscheiden, wie streng Sie der Achse folgen möchten.
Dritter Versuch mit einer freien Gruppe
Lassen Sie A auf seiner bisherigen Höhe und verschieben Sie seine linke Kante auf 81 cm. Setzen Sie B rechts daneben, mit der linken Kante bei 129 cm und der Unterkante bei 144 cm. Platzieren Sie C direkt unter B, mit derselben linken Kante und seiner Unterkante bei 106 cm. Zwischen A und der rechten Spalte sowie zwischen B und C liegen jeweils 8 cm. Die Gruppe ist 98 cm breit und 73 cm hoch. Ihre Außenkanten liegen weiterhin symmetrisch um die Schrankmitte.
Beachten Sie die offene Ecke unter der rechten Seite von B. Der schmalere Rahmen C lässt dort 20 cm frei. Das äußere Rechteck der Gesamtgruppe würde diese Lücke in einer schnellen Skizze leicht verdecken. Schieben Sie C nach rechts, bis seine rechte Kante mit B abschließt. Der senkrechte Abstand zwischen B und C bleibt gleich, aber die Lücke entsteht nun näher bei A. Dieser kleine Versuch zeigt, weshalb die Gesamtbreite nur einen Teil der Anordnung beschreibt.
Vom späteren Betrachtungsplatz aus entscheiden
Nehmen Sie zwei Vorschläge mit zur Wand. Setzen Sie sich auf den Stuhl, von dem Sie den Schrank meistens sehen. Folgen Sie zuerst den Rahmenkanten und danach den Motiven. Notieren Sie zu jedem Vorschlag eine konkrete Beobachtung. Vielleicht liegt das rote Motiv genau über dem Schrankgriff oder der kleine Rahmen hat einen angenehmen Abstand zur Lampe. Nutzen Sie diese Beobachtung bei der Auswahl der Variantee für den Ausdruck.
Wenn Ihnen zwei Lösungen weiterhin gleich gut gefallen, wählen Sie diejenige, deren Maße Sie an der Wand am leichtesten kontrollieren können. Für eine gemeinsame Oberkante genügt bei der Papierprobe eine durchgehende Höhenmarkierung. Eine freie Gruppe hat mehrere Höhen, kann dafür aber auf einen schmaleren Wandbereich passen. Speichern Sie die andere Idee im Projekt. Wenn das Möbel später an einer anderen Stelle steht, können Sie darauf zurückgreifen.